+49 234 / 92 78 21-0 info@staffxperts.de

CHEF REAGIERT AUF KÜNDIGUNGSVIDEO SEINER EHEMALIGEN MITARBEITERIN

Chef reagiert auf Kündigungsvideo seiner ehemaligen Mitarbeiterin Marina Shifrin

von | Okt 8, 2013 | 0 Kommentare

Vor wenigen Tagen kündigte die junge US-Amerikanerin Marina Shifrin per Tanzeinlage, die sie auf dem Internet-Videoportal YouTube veröffentlichte, ihre Stelle als International Content Editor und Comedy Writerin bei dem chinesischen Medienkonzern Next Media Animation. Nun reagiert ihr ehemaliger Chef mit einem nicht minder popularitätsversprechenden Gegenschlag.
Chef reagiert auf Kündigungsvideo seiner ehemaligen Mitarbeiterin Marina Shifrin
Unerwartet große Wellen schlug das Kündigungsvideo von Marina Shifrin. Zu Kanye Wests „Gone“ tanzt Sie in dem knapp zweiminütigen Video in ausgelassenen HipHop-Posen an ihrem Arbeitsplatz – einem Großraumbüro in der taiwanesischen Stadt Taipeh. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen ist das Büro jedoch menschenleer. Kein Wunder, denn es ist gerade einmal 4:30 Uhr morgens. Und mit genau dieser Information beginnt auch das Video und vermittelt gekonnt den Eindruck, den Shifrin mit ihrem Video über ihren Arbeitgeber erzielen will: Ausbeuterisch lässt dieser sie ohne Rücksicht rund um die Uhr arbeiten, um den Maßstab doch immer nur höher zu setzen und mit der Qualität der Videos nie zufrieden zu sein, wenn diese nicht die gewünschte Zahl an Klicks und Zuschauern generieren.

Innerhalb der ersten Woche wurde das Video fast acht Millionen Mal von Menschen auf der ganzen Welkt angeschaut. Viele reagierten positiv und verständnisvoll auf die Kündigung der Amerikanerin und sprachen ihre Anerkennung für das Video und den Mut zur Kündigung auf diesem Wege aus. Es wundert nicht, dass sich nun auch der ehemalige Arbeitgeber von Shifrin zu Wort meldet – und zwar nicht irgendwie, sondern mit denselben zur Firma passenden Mitteln, die auch seine ehemalige Mitarbeiterin wählte: mit einem Online-Video.

Das Video von Next Media Animation greift beinahe alle Aspekte des ursprünglichen Videos von Shifrin auf: Mitarbeiter tanzen zu genau derselben Musik, die Aufnahmen erfolgen mithilfe genau der gleichen Kameraeinstellungen in genau demselben Großraumbüro und auch die Aussage des Videos wird mit Untertiteln unmissverständlich dargestellt. Und auch einen weiteren Aspekt kopiert das Video: mit vermeintlich witzigen Aufnahmen deutlich Kritik zu üben und Seitenhiebe auszuteilen. Die tänzerische Einlage von Shifrin nimmt ihr ehemaliger Chef als erstes auf die Schippe, indem gleich zu Beginn der Untertitel aufleuchtet, dass er „Leute mit Tanztalent einstellt“. In diesem Stil geht es weiter. Auf jeden Vorwurf im Ursprungsvideo geht das Video ein und nimmt ihm den Wind aus den Segeln. Shifrins Vorgesetzten lässt das Video alles andere wie einen schlechten Verlierer aussehen. Stattdessen inszeniert der Chef sein Unternehmen Video gelungen als Firma, in der ein freundliches und vor allem humorvolles Arbeitsklima sowie ein mitarbeiterorientiertes Ambiente herrschen. Passagen, die den Swimmingpool auf dem Dach des Unternehmensgebäudes oder gut gelaunte Mitarbeiter in auffälligen Kostümen zur Digitalisierung menschlicher Bewegungen bei Animationsfilmen zeigen, lassen den Zuschauer an Shifrins Darstellung des Unternehmens und des Arbeitgebers zweifeln. Statt der monotonen Arbeit, die keine eigenen Ideen und Kreativität erlaube, sondern nur auf Profit ausgerichtet sei, wie Shifrin sie in ihrem Kündigungsvideo darstellte, demonstriert der Film ein Arbeitsklima, das Spaß macht, und einen Chef, der sehr wohl etwas von Kreativität versteht und auch von Spaß.

So gelingt dem ehemaligen Vorgesetzten von Marina Shifrin mit seinem Video ein wirkungsvoller Konter, in dem er nicht beleidigt wirkt, sondern das Image des Unternehmens auf witzige Art und Weise bereinigt und unterschwellig gekonnt den einen oder anderen Seitenhieb in Richtung der vormals angestellten US-Amerikanerin austeilt. So endet das Video auch mit dem eingeblendeten Untertitel „We’re hiring“ und demonstriert, dass man sich des eigenen positiven Images bewusst und Shifrin im Gegenzug ersetzbar ist.

Auch wenn das Video locker und witzig wirkt, ist man bei Next Media Animation durchaus nicht über das Video von Marina Shifrin erfreut. Während er im Video auf Zurückhaltung bedacht war, übt ihr ehemaliger Vorgesetzter in einem Zeitungsartikel direkte Kritik an Shifrin, indem er den Wunsch äußert

Marina hätte eben so viel Kreativität in ihre tägliche Arbeit gesteckt wie in ihr Kündigungsvideo.

Mark Simon, Commercial Director bei New Media Animations, verteidigt ebenfalls den Ruf seines Unternehmens, indem er klare Angaben zu den vertraglichen Konditionen von Marina Shifrin macht, die in der Tat alles andere als ausbeuterisch wirken. So habe Shifrin für eine 40 Stunden Woche ohne Schichtbetrieb und Überstunden ein Jahresgehalt von 42.000 US-Dollar bekommen. Den Vorwurf eines „Sweatshops“ weist Simon damit vehement von sich.

Unabhängig davon, ob Marina Shifrin ausgebeutet und zu Recht kündigte oder ihren alten Arbeitgeber schlechter aussehen ließ als er ist – der Next Media Animation brachten beide Videos eine gehörige Portion Bekanntheit ein. Aus diesem Grund kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Kündigung von Marina Shifrin und die Videos nicht lediglich zu PR-Zwecken inszeniert worden sind. Im Endeffekt profitieren nämlich beide Parteien von den Videos und ihrer Popularität: Das Unternehmen erlangt Bekanntheit und besitzt nun ein ansprechendes Recruiting-Video, das um die ganze Welt geht, und an der Kreativität von Marina Shifrin und ihrem Gespür für interessante Inhalte zweifelt sicherlich auch niemand mehr.

Haben Sie Fragen?

Stellen Sie uns Ihre Frage über das Kontaktformular

Weitere Informationen

Unsere Auszeichnungen

Teilen Sie unseren Artikel!

Sie haben noch Fragen?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.