+49 234 / 92 78 21-0 info@staffxperts.de

ACTIVE SOURCING

Active Sourcing

Der Begriff „Active Sourcing“ bezeichnet die aktive Akquise von potentiellen Mitarbeitern, die über ein Profil verfügen, das entweder allgemein zum Unternehmen oder konkret auf eine bestimmte Position passt. Als Maßnahme im Bereich Active Sourcing gelten sowohl die konsequente Kontaktherstellung eines Kandidaten sowie dessen Bindung an das Unternehmen noch bevor sich dieser selbst bei dem Unternehmen beworben hat. Mitarbeiter, die mit dem Active Sourcing beauftragt werden, werden als Active Sourcer bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es, potentielle Mitarbeiter aufzuspüren und zu kontaktieren, um bei entstehendem Personalbedarf auf diese Kontakte zurückgreifen und möglichst schnell offen gewordene Stellen neu besetzen zu können. Durch das Instrument des Active Sourcings steigern Unternehmen einerseits ihre Möglichkeiten, schnell auf personelle Engpässe reagieren zu können, andererseits befördern sie sich auch in die angenehme Lage, einen passenden Kandidaten aus einer Gruppe zu wählen, die bereits durch eine Vorauswahl geprüft wurden. Active Sourcer üben sich bereits bei dieser Vorauswahl im sogenannten Talent Relationship Management. Dieses ist unabdingbar, um so früh wie möglich eine Basis zu schaffen, die einem möglichen Abwandern der besten Kandidaten an Konkurrenten effektiv entgegentritt. Alleine im letzten Jahr (2013 auf 2014) haben sich die Suchanfragen über Google mit dem Keyword Active Sourcing verdoppelt.

active sourcing - Google Suchanfragen

Wie geht Active Sourcing vonstatten?

Für das Active Sourcing ist es unerheblich, ob ein Kandidat noch studiert, bereits bei einem anderen Unternehmen angestellt ist oder zum aktuellen Zeitpunkt aus einem anderen Grund noch auf Jobsuche ist. Active Sourcer sprechen sie dennoch an, um potentielle Kandidaten für einen späteren Bedarf in einem Talent Pool beispielsweise zu speichern. Die Kontaktaufnahme kann über sämtliche zur Verfügung stehende Kanäle erfolgen. Zurzeit stellt die persönliche Kontaktaufnahme noch den größten Stellenwert im Rahmen des Active Sourcings dar. Eine gute Voraussetzung hierfür schaffen beispielsweise universitäre Veranstaltungen, Recruitingmessen, Workshops oder Netzwerktreffen. In letzter Zeit jedoch gewinnt auch die Kontaktaufnahme über Social Media immer mehr an Bedeutung. So stellen Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn sowie Facebook oder Twitter mit ihren mehreren Millionen Usern in Deutschland und der ganzen Welt eine gute Möglichkeit dar, um mit potentiellen Kandidaten aktiv ins Gespräch zu kommen und geeignete Talente für den eigenen Talent Pool zu finden.

Welches sind mögliche Schwierigkeiten des Active Sourcings?

Das Active Sourcing verschafft Unternehmen eine Vorteilsposition, aus der sie im Personalbedarf effektiv schöpfen kann. Nichtsdestotrotz sehen sich Unternehmen und ihre Active Sourcer nicht selten auch mit dem einen oder anderen Problem des Active Sourcings konfrontiert. So erfordert das Active Sourcing über Karrierenetzwerke und Social Media Kanäle einer zuvor gründlich durchgeführten Recherche, damit die Kontaktaufnahme mit einem Kandidaten zum Erfolg wird. Allgemeine Nachrichten mit lieblosen und standardisiert wirkenden Formulierungen führen niemals zum erhofften Erfolg. Ebenfalls kontraproduktiv sind unpassende Angebote, wenn sich im Vorfeld nicht ausreichend mit dem Profil der Kandidaten auseinandergesetzt wurde. Kandidaten reagieren meist nicht auf solche Angebote. Im schlimmsten Fall speichern sie das Unternehmen als unseriös ab. Das Internet erweckt schnell den Anschein, verschiedene Maßnahmen könnten kostengünstig und schnell zum maximalen Erfolg führen. Unternehmen, die jedoch nicht bereit sind in das Active Sourcing und die Korrespondenz mit potentiellen Kandidaten im Sinne von Zeit und qualifizierten Mitarbeitern zu investieren, werden auch nicht von dem großen Potential dieses Instruments profitieren können.

Nicht nur das Active Sourcing über Social Media birgt Gefahren. Auch die Kontaktaufnahme bei öffentlichen Veranstaltungen hat ihre Tücken. Denn hier herrscht oft ein hoher Wettbewerb und Unternehmen müssen meist zeitgleich neben ihren Konkurrenten um Kandidaten buhlen. Um hier aufzufallen und einen Kandidaten von sich zu überzeugen, bedarf es einer erfolgreichen Sourcing-Strategie, die umfangreiche Recherchen und vorbereitende Maßnahmen erfordert und nicht schnell aus dem Ärmel geschüttelt werden kann.

Unabhängig davon, welches Medium oder welche Situation für die Kontaktaufnahme mit Kandidaten gewählt wird, gilt also das Prinzip der Qualität anstelle von Quantität. Wer entsprechend in das Active Sourcing investiert, wer in der Lage ist beim ersten Kontakt ein Gefühl des ehrlichen Interesses zu vermitteln und wer ein Angebot unterbreiten kann, das optimal dem Kandidatenprofil entspricht, wird mit dem Active Sourcing auch den gewünschten Effekt erzielen. Hierzu ist immer eine umfangreiche Vorbereitung notwendig, die umfassende Hintergrundinformationen zum Kandidaten sowie eine gewissenhaft geplante Strategie zur Kontaktaufnahme beinhaltet. Zudem erfordert das Active Sourcing von den damit betrauten Recruitern ein besonders hohes Maß an Durchhaltevermögen. Schließlich müssen nach einer erfolgreichen ersten Kontaktaufnahme weitere Maßnahmen folgen, um den Kontakt aufrechtzuerhalten und zu intensivieren. Erfolgreiches Active Sourcing ist keine einmalige Sache, sondern zeitaufwendig und nicht selten langwierig.

Welche Vorteile bietet Active Sourcing?

Wer sich mit den möglichen Schwierigkeiten des Active Sourcings befasst und diesen durch entsprechende Maßnahmen begegnet, kann von den Vorteilen des Active Sourcings profitieren. Und diese sind nicht von der Hand zu weisen. Trotz des zeitlichen Aufwands, zahlt sich das Active Sourcing für Unternehmen aus, denn es ist deutlich effektiver und fortschrittlicher im Vergleich zu den Maßnahmen der passiven Personalgewinnung. Während die vielen passiven Kandidaten mit den herkömmlichen Maßnahmen nur schwer rekrutiert werden können, ist es vergleichsweise einfach im Rahmen des Active Sourcings passende Kandidaten anzusprechen und zu überzeugen, sofern dieses gut geplant und durchgeführt wird. Und auch wenn das Active Sourcing zeitintensiv ist und qualifiziertes Personal erfordert, lassen sich die Kosten für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Maßnahmen deutlich reduzieren. Beispielsweise entfallen durch das Active Sourcing die oftmals hohen Kosten für das Schalten von Stellenanzeigen.

Video – Praxisbeispiel Active Sourcing

 

Ein weiterer Vorteil des Active Sourcings besteht in der Tatsache, dass Unternehmen im Falle eines Personalbedarfs nicht am Anfang der Suche beginnen müssen, sondern auf ihr Talent Pool zurückgreifen können. Der Recruitingprozess gestaltet sich so schneller und weitaus effektiver. Ebenfalls vorteilhaft ist außerdem, dass sich die Recruiter und die Kandidaten bereits kennen, sollte es zu einer geplanten Stellenbesetzung kommen. Beide Seiten wissen dadurch bereits, worauf sie sich einlassen und worauf sie sich einstellen müssen. Die Zeit, die für die Suche nach neuen Mitarbeitern benötigt wird, lässt sich hierdurch deutlich reduzieren, da die Sichtung von unpassenden Bewerbungen und das Gespräch mit nicht geeigneten Kandidaten entfällt. Das Risiko einer Fehleinstellung wird fast gänzlich vermieden. So können Unternehmen mit einem effizientem Active Sourcing ihre übliche „Time to Hire“ drastisch verkürzen.

Die On- und Offline Varianten des Active Sourcings

Auch wenn das Rekrutieren neuer Mitarbeiter über das Internet und seine Möglichkeiten als modern gilt, ist das Active Sourcing gar kein so neuer Trend im Recruiting, wie es dem ersten Anschein nach wirkt. So durchforsteten die Personalverantwortlichen von Unternehmen bereits vor der Entwicklung des Internets und des Online Recruitings diverse Quellen nach geeigneten Kandidaten. Statt sozialer Netzwerke waren das früher jedoch meist die Absolventenbücher von Universitäten. Die Kontaktaufnahme über Gespräche an Messeständen und bei anderen Veranstaltungen ist dagegen gleich geblieben. Auch um die sogenannte Executive Search, die Maßnahmen zur Rekrutierung von Führungspersonal beschreibt, ist das Prinzip der direkten Ansprache keinesfalls neu. Vor allem Headhunter nutzen diese Möglichkeit schon seit Jahrzehnten für ihre Zwecke. Doch das Halten und Ausbauen von Kontakten nach der ersten Kontaktaufnahme gestaltet sich durch die Möglichkeiten des Internets sehr viel einfacher als früher.

Die Vorteile der Online-Variante des Active Sourcings gegenüber den früheren Active Sourcing Maßnahmen über offline Kanäle ergeben sich nicht nur aus den einfacheren Möglichkeiten. Das moderne Active Sourcing ist nicht nur einfacher, sondern auch kostengünstiger. Teure Messestände und hohe Honorare für Headhunter entfallen, wenn Unternehmen erfolgreiche Strategien für die Kontaktaufnahme zu High Potentials über Social Media Kanäle entwickeln. Statt auf der Suche nach geeigneten Unternehmen stets auf unterschiedlichen Veranstaltungen unterwegs zu sein, sind moderne Rekrutier daher vermehrt im Internet unterwegs. Ein Großteil des modernen Recruitings findet daher im Gegensatz zu früher am Schreibtisch statt.

Active Sourcing über soziale Netzwerke

Für das Active Sourcing sind gerade die Business Netzwerke wie XING und LinkedIn prädestiniert. Soziale Netzwerke ohne einen beruflichen Schwerpunkt bieten noch keine optimalen Bedingungen für das Active Sourcing. Zwar tummeln sich hier Millionen von potentiellen Talenten, doch gestaltet sich deren Aufstöbern als schwierig. Schließlich verfügen Facebook und Co. nicht über die Möglichkeit nach für das Active Sourcing geeigneten Suchbegriffen zu suchen. Dies könnte sich jedoch schon bald durch die neue „Graph Search“ ändern. Diese wird zukünftig Suchanfragen wie beispielsweise „Chemikant in Bochum“ ermöglichen und Profile von entsprechenden Kandidaten anzeigen. Dennoch werden die User bei Facebook auch zukünftig das Netzwerk nicht als Karriereplattform sehen. Für das Employer Branding wird Facebook daher weiterhin hervorragend geeignet sein, für das Active Sourcing allerdings nur begrenzt.

Neben Facebook kann auch das soziale Netzwerk Google+ eine beeindruckende Mitgliederzahl vorweisen. Unter diesen befinden sich vor allem technik- und medienaffine Nutzer. Im Vergleich zu Facebook lässt sich Google+ schon jetzt auch nach Jobbezeichnungen durchsuchen. Ebenfalls geeignet für das Active Sourcing ist die externe Suchmaschinen findpeopleonplus.com beispielsweise. Hier lassen sich nach Betreiberangaben fast 50 Millionen angelegte Profile nach besuchter Universität, ausgeübtem Beruf oder aktuellem Arbeitgeber filtern.

Neben den sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ ist auch der Miniblogging Dienst Twitter richtig eingesetzt für das Active Sourcing geeignet. Hierfür ist es allerdings essentiell sich mit den bei Twitter herrschenden Erwartungen der anderen Nutzer auszukennen. Wer sich nicht mit Hashtags auskennt, für den kann die Suche nach Kandidaten kontraproduktiv ausfallen. Insbesondere Informatiker findet man hier leicht, kann man jedoch auch ebenso leicht vergraulen.
Für Facebook und Google+ gelten in Sachen Kontaktaufnahme natürlich die gleichen Spielregeln wie für Karrierenetzwerke.

Unternehmen, die die Raute-Funktion jedoch kennen und sinnvoll einzusetzen wissen, können ihre Stellenausschreibungen in passendem Kontext platzieren, über die Verfolgung von Diskussionen mithilfe der Hashtag-Suche aktiv nach High Potentials suchen, diese direkt ansprechen und profitiert durchaus von den Rekrutierungsmöglichkeiten bei Twitter.

Aktuelle Active Sourcing Themen

Teilen Sie unseren Artikel!

Sie haben noch Fragen?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.