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PERSONALDIENSTLEISTER

Personaldienstleistungen haben ihren Ursprung in den USA – die Anwälte Elmer L. Winter und Aaron Scheinfeld legten den Grundstein für den heute weit verbreiteten Wirtschaftszweig.

Heute sind Personaldienstleister in allen Arbeitsgebieten mit allen Qualifikationen vertreten. Insgesamt gibt es 11.500 Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland – laut einer Zahlenerhebung im November 2010 beschäftigen sie rund 2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, was 900.000 Zeitarbeitern entspricht. Sie sind Partner von Unternehmen und decken eine große Bandbreite an Dienstleistungen ab, die zur Gewinnung, zum Einsatz und zur Freisetzung von Personal dienen.

Personaldienstleitungen werden von Zeitarbeitsunternehmen, Personal-Service-Agenturen oder auch Ingenieurbüros angeboten. Personalberater, Head-Hunter und allgemeine Berater zu Human-Resources-Themen werden ebenfalls in die Branche der Personalvermittlung gezählt.

Personaldienstleistungen im Überblick

Die Tätigkeiten in der Personaldienstleistung sind sehr umfangreich und lassen sich in zwei Bereiche teilen:

Beratende Dienstleistungen

Beratende Dienstleistungen umfassen die Personalberatung, Executive-Search, Personalvermittlung, Beratung zur Personalentwicklung und Personalstrategie, Coaching, Karriere- und Vergütungsberatung, Training und Outplacement.

Assistierende Dienstleistungen

Die assistierenden Dienstleistungen beinhalten die Zeitarbeit, das Interims-Management sowie alle Formen des Outsourcing von Personalverwaltung wie Bewerbungs- und Personalmanagement, Spesenabrechnung, Zeugniserstellung etc.

Die Zeitarbeit umfasst eine Vielfalt an Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Personalleasing (was eine Zwischenform von Zeitarbeit und Vermittlung darstellt)
  • Personalvermittlung
  • Outsourcing bzw. Projektmanagement
  • On-Site-Management
  • Ingenieursdienstleistungen
  • Zeitlich begrenztes Management
  • Outplacement-Beratung
  • Active Sourcing

Definition Arbeitnehmerüberlassung

Bei der Arbeitnehmerüberlassung wird ein Arbeitnehmer (Leiharbeitnehmer) von seinem Arbeitgeber (Verleiher) einem Dritten (Entleiher) gegen Entgelt zur Arbeitsleistung überlassen.

Zwischen Arbeitgeber und Leiharbeitnehmer besteht ein Arbeitsvertrag, jedoch erbringt der Leiharbeitnehmer seine Leistung direkt bei dem Entleiher. In dieser Dreiecksbeziehung gehen die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers teilweise auf den Entleiher über. Dem Entleiher wird das Weisungsrecht übertragen und er trägt die Mitverantwortung im Arbeitsschutz. Jedoch darf ausschließlich der Arbeitgeber weisungs- und pflichtwidriges Verhalten ahnden.

In der Regel gibt der Verleiher keine Gewährleistung auf die Qualität der erbrachten Arbeit und übernimmt keine Haftung bei Arbeitsausfällen oder mangelnder Arbeitsleistung. Er ist unter den Gesichtspunkten der Auswahlschuld in der Haftung, Jobs nach Qualifikationen zu vergeben.

Sehr häufig werden gerade zeitintensive Tätigkeiten wie die der Mitarbeitergewinnung an die Partner ausgelagert. Personaldienstleister übernehmen den Empfang der Bewerbungen, die Auswahl der Bewerber anhand von definierten Kriterien und unterstützen bei den Bewerbungsgesprächen. Die Zeitarbeit dient dann als eine Art Probezeit, nach der eine Übernahme möglich ist. Der Unternehmer geht kein Risiko ein, denn die Vertragsbindung besteht zwischen Arbeitnehmer und Personaldienstleister.

Personalvermittlung kann auch in die entgegengesetzte Richtung erfolgen. Zeitarbeitsfirmen übernehmen die Unternehmenssuche für ihre Mitarbeiter und vermitteln ihnen neue Einsätze. Endet ein Einsatz, kümmern sich die internen Mitarbeiter um eine Weiterbeschäftigung.

Rechtliche Grundlage für Personaldienstleister

Als rechtliche Grundlage dient das deutsche Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Das AÜG regelt die Arbeitnehmerüberlassung, soweit sie im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolgt.

Die Überlassung von Personal ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis darf ausschließlich von der Bundesagentur für Arbeit nach § 1 AÜG erteilt werden.

Ursprünglich diente das AÜG dem sozialen Schutz der Zeitarbeitnehmer und sollte sie vor Ausbeutung bewahren. Heute verfolgt der Gesetzgeber mit dem Gesetz arbeitsmarktpolitische Zwecke.

Weiterhin berechtigt der § 613 Satz 2 BGB den Arbeitgeber, seinen Arbeitnehmer einem Dritten zu überlassen.

Es gelten arbeitsvertragliche und gesetzliche Arbeitnehmerrechte, Tarifverträge sowie einheitlicher Kündigungsschutz bei der Personalvermittlung.

Grundsätzlich ist die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung in Betrieben des Baugewerbes gemäß Baubetriebsverordnung (BaubetrV 1980) verboten, wenn die Tätigkeiten von Arbeitern ausgeübt werden. Von diesem Verbot sind Tätigkeiten des Baunebengewerbes wie Maler- und Lackiererarbeiten, Klempner- Schreiner- oder Metallbauarbeiten ausgeschlossen.

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