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DIE AKTIVE SUCHE NACH POTENTIELLEN KANDIDATEN

Die aktive Suche nach potenziellen Kandidaten ➤ Active Sourcing

25. Nov 2019

Active Sourcing: Worum es sich handelt und für wen es sich lohnt.

Was sich früher auf Messen und Veranstaltungen abspielte, hat sich längst ins Internet verlagert: die aktive Ansprache und Gewinnung von Arbeitskräften insbesondere auf Engpassmärkten. Sourcing ist zweifellos ein effektives Instrument zur Personalgewinnung, das jedoch einige Qualifikationen voraussetzt.

Wenn es um das Thema Recruiting geht, fällt meist sehr schnell der Begriff Active Sourcing oder Sourcing. Der Begriff „Active Sourcing“ ist zunächst eine Dopplung wie bei z. B. „Doppelhaushälfte“. Da Sourcing grundsätzlich immer „aktiv“ betrieben wird sollte man das „active“ besser weglassen.

Im Weiteren wird deshalb nur noch von Sourcing gesprochen aber zurück zum Kern des „Sourcing“.

Auch wenn es natürlich noch immer Offline-Varianten des Sourcing (beispielsweise auf Messen oder anderen Veranstaltungen) gibt, ist es heute primär eine spezifische Form des Social-Media-Recruitings. Es umfasst das proaktive Suchen, Ansprechen und Gewinnen von Arbeitnehmer-Kandidaten und nutzt dafür soziale Netzwerke, Onlineplattformen und Suchmaschinen. Zum Einsatz kommt das Sourcing einerseits kurzfristig, wenn eine Stelle zeitnah zu besetzen ist. Dann wird ganz gezielt nach geeigneten Kandidaten gesucht, die direkt angesprochen werden, um ihnen ein Jobangebot zu unterbreiten. Andererseits können auch längerfristige Ziele damit verfolgt werden. Besagt die Personalstrategie eines Unternehmens beispielsweise, dass in etwa drei Jahren diese und jene Fachkräfte benötigt werden, baut der Sourcer frühzeitig ein Kandidatennetzwerk auf, um zum gewünschten Zeitpunkt aus diesem Talentpool geeignete Fachkräfte für die geplanten Stellen zu gewinnen

Wenn die meisten Recruiting-Optionen ausgeschöpft sind

Das  Sourcing hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da die Zahl der Arbeitnehmer und insbesondere der Fachkräfte, die selbst aktiv nach einer offenen Stelle suchen, immer weiter sinkt und gleichzeitig die Bedeutung der sozialen Medien für das Recruiting zunimmt. Deshalb ist es gerade auf Engpassmärkten vielfach geradezu notwendig, auch diejenigen ausfindig zu machen, die aktuell gar nicht auf der Suche nach einem Job sind, jedoch unter bestimmten Umständen für einen Wechsel offen wären. Diese Arbeitnehmer schauen sich natürlich kaum Stellenanzeigen oder Karriereportale von Unternehmen an; diese Recruiting-Maßnahmen erreichen sie also gar nicht. Allerdings wären sie vielleicht interessiert, wenn sie direkt ein konkretes, interessantes Jobangebot erhalten würden. Doch dafür muss man sie erst einmal ausfindig machen. Zu diesem Zweck recherchieren Sourcer systematisch mit Suchmaschinen und in sozialen Netzwerken, um mögliche Kandidaten zu identifizieren, Informationen über sie zu beschaffen und ihre Eignung für den fraglichen Job zu ermitteln. Gleichzeitig geht es darum herauszufinden, wie man diese Kandidaten am erfolgversprechendsten adressieren und schließlich für das eigene Unternehmen gewinnen kann.

Das klingt – völlig zu Recht – nach viel Aufwand. Doch wenn das Sourcing funktioniert und die gewünschten Ergebnisse liefert, kann das für Unternehmen einen großen Fortschritt beim Recruiting bedeuten.

Gerade Unternehmen, die auf Engpassmärkten nach neuen Mitarbeitern suchen müssen, kommen meist gar nicht umhin, Sourcing in Betracht zu ziehen. Es ist zwar kein Wundermittel des Recruitings und eignet sich sicherlich nicht für alle Arbeitgeber und alle Jobs gleichermaßen. Doch es eröffnet Unternehmen, die die meisten anderen Recruiting-Optionen erfolglos ausgeschöpft haben, noch einmal neue Möglichkeiten. Als besonders wertvoll betrachte ich dabei vor allem die Langfristperspektiven: Sourcer, die erfolgreich einen Talentpool aufbauen und nachhaltig pflegen, können dafür sorgen, dass immer ein gewisser „Vorrat“ an Kandidaten vorhanden ist. So kann das Unternehmen selbst in Zeiten von Fachkräfteengpässen die strategische Personalplanung zuverlässig umsetzen. Das bringt Stabilität und sichert die eigene Zukunftsfähigkeit.

Das Unternehmen als Bewerber

Eine wichtige Besonderheit beim Sourcing betrifft die Rollenverteilung zwischen Kandidat und Unternehmen. Noch stärker als beim Recruiting im Allgemeinen findet hier ein Rollentausch statt: Nicht der Kandidat ist der Bewerber, sondern das Unternehmen. Das Unternehmen bewirbt sich als Arbeitgeber mit einem Jobangebot beim Kandidaten. Dieser Rollenwechsel verändert einerseits die Kommunikation zwischen Kandidat und Unternehmen. Noch mehr als in anderen Recruiting-Prozessen kommt es hier darauf an, tatsächlich auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren und das Gegenüber als gleichberechtigt zu verstehen und wertzuschätzen.

Zudem muss sich der ursprüngliche Bewerbungsprozess im Unternehmen ganz praktisch verändern. Da der Kandidat sich nicht um einen Job bewirbt, sollte es auch nicht erforderlich sein, dass er den typischen Bewerbungsablauf im Unternehmen absolviert (Eintragen ins Bewerbermanagementsystem, Unterlagen einreichen, lange auf Antwort warten etc.). Es besteht sogar die Gefahr, dass sich interessierte Kandidaten wieder zurückziehen, wenn sie dann auf einmal doch den normalen Bewerberprozess durchlaufen sollen. Selbst wenn es nur der Form halber wäre, damit sie „im System“ erfasst werden. Für gesourcte Kandidaten sollten stattdessen spezielle Abläufe etabliert werden, die der neuen Rollenverteilung gerecht werden.

 

Active Sourcing in der Unternehmenspraxis

Ein Grundsatz des Sourcing ist Qualität statt Quantität. Es geht einzig darum, die passenden Kandidaten zu finden und ebenso seriös wie individuell zu kontaktieren. Dafür ist immer eine umfangreiche Vorbereitung notwendig, die umfassende Hintergrundinformationen zum Kandidaten generiert und eine gewissenhaft geplante Strategie zur Kontaktaufnahme beinhaltet. Zudem erfordert Sourcing Durchhaltevermögen, schließlich müssen nach einer erfolgreichen ersten Kontaktaufnahme weitere Maßnahmen folgen, um den Kontakt aufrechtzuerhalten und zu intensivieren. Erfolgreiches Sourcing ist keine einmalige Sache, sondern zeitaufwendig und nicht selten langwierig.

Trotz des zeitlichen Aufwands zahlt sich Sourcing für solche Unternehmen aus, die mit Personalengpässen konfrontiert sind. Auch wenn Sourcing zeitintensiv ist und qualifiziertes Personal erfordert, lassen sich die Kosten für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Maßnahmen deutlich reduzieren. Beispielsweise entfallen durch Sourcing die oftmals hohen Kosten für das Schalten von Stellenanzeigen. Das vereinfachte Einstellungsverfahren der aktiv gewonnenen Kandidaten bringt noch einmal Vorteile mit sich. Professionell eingesetzt ist Sourcing damit für alle Unternehmen, die auf Engpassmärkten nach Kandidaten suchen, ein effektives Instrument zur Personalgewinnung.

Carsten Bornemann

Carsten Bornemann

Geschäftsführer

Autor dieses Artikels!

Buchcover: Das neue Recruiting

Buch “Das neue Recruiting – Strategien für zukunftsfähige Unternehmen“, Autor: Carsten Bornemann, BIildquelle: Isabel Kulessa

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