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EMPLOYEE EXPERIENCE - DER WEG ZUM ERFOLG

Employee Experience – Der Weg zum Erfolg

17. Jun 2020

Employee Experience, zu Deutsch „Mitarbeitererfahrung“, muss richtig verstanden werden. Hier geht es mehr als um einen HR-Trend und um mehr als um die Summe von aktiven und passiven Erfahrungen. Mit der Employee Experience (EX) können Personalverantwortliche und Führungskräfte einen vielversprechenden Ansatz verfolgen, um sich als Arbeitgeber mithilfe der Mitarbeiter zu verbessern. Hier wird also kein Altruismus angestrebt. Es ist strategisches Umdenken gefordert, um die internen Mitarbeiter „glücklich“ zu machen. Den größten Einfluss auf eine positive EX haben übrigens das Management und die IT. Zudem muss gesagt werde, dass Employer Branding wichtig ist, aber allein nicht mehr ausreicht. EB muss mit einer guten EX unterstützt werden, denn der gute Mix macht erst den Erfolg aus.

Ziel von Employee Experience ist es, ein möglichst inspirierendes Arbeitserlebnis für Mitarbeiter zu erschaffen, welches unmittelbar auf das Engagement für das Unternehmen einzahlt. Kommunikation, Arbeitsatmosphäre bis hin zu Interaktionen im Team – es ist ein komplexes Feld, welches ein Leitfaden bedarf. Employee Experience umfasst nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern das große Ganze – das zugrunde liegende System. Hier wird nicht an der Auswirkung, sondern an der Ursache gearbeitet.

Was umfasst Employee Experience, d. h. welche „Mitarbeitererfahrungen“ sind gemeint?

Genau genommen ist es die Summe aller Erlebnisse und Momente, die Interaktionen und Eindrücke, das On-Boarding und der Alltag, die Arbeitsplatzgestaltung, der Führungsstil, die Mitarbeiterprogramme, die Karriereentwicklungschancen, bis hin zu Gesprächen und Atmosphäre im Unternehmen. All diese Elemente machen unser Arbeitserlebnis aus. Das heißt von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum Austritt aus dem Unternehmen (Employee Journey). Alle Steps benötigen unsere Aufmerksamkeit, sodass diese in positiver Wahrnehmung bei den Mitarbeitern bleiben.Bildquelle: Isabel Kulessa

Bildquelle: Isabel Kulessa

EX zahlt wahrnehmbar und unmittelbar auf die Unternehmenskultur ein und prägt diese nachhaltig. Es ist eine Mischung aus Mitarbeitererfahrung, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung. Deshalb ist es so wichtig, sich um Optimierungen und nachhaltige Lösungsansätze zu kümmern, die auf die Mitarbeiterzufriedenheit und somit auch auf das Engagement einzahlen. Jeder einprägsame Moment in der Journey entscheidet über die Qualität der Beziehung, die der Mitarbeiter zum Unternehmen aufbaut und nach außen hin präsentiert.

Employer Branding ist doch das gleiche wie Employee Experience!

Weit gefehlt. Wie eingangs erwähnt ist es, im Optimalfall, ein Zusammenspiel. Denn der Unterschied zwischen, der in Employer-Branding-Maßnahmen dargestellten und der wirklich gelebten Unternehmenskultur ist oftmals geprägt von großen Lücken und Differenzen. Das heißt Maßnahmen wie Imagevideos, Karriereseiten und hochtrabende Messe-Auftritte können zwar z. B. die Brand-Awareness steigern, jedoch auch zu Unzufriedenheit, Motivationsverlust und einer höheren Wechselbereitschaft der Mitarbeiter beitragen. Werden die dort gemachten und publizierten Versprechen nicht eingehalten, wirkt sich das negativ auf die Belegschaft und zwangsläufig auf die Unternehmenserfolge aus. Mithilfe von Employee Experience und dem damit verbundenen Perspektivwechsel, können Maßnahmen an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiert werden, um nicht nur eine motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen. Beides sind strategische Ansätze, die sich zum Teil ergänzen und dazu beitragen, eine erfolgreiche Mitarbeiterrekrutierung und -bindung zu schaffen. Der gelebte Alltag sollte in den Employer-Branding-Maßnahmen wiederzufinden sein und umgekehrt. Eine authentische Darstellung, gerade im Bereich Recruiting, ist unerlässlich.

Unterschied „Employer Experience“ und „Mitarbeiter-Engagement“

„Employee Experience“ und „Mitarbeiter-Engagement“ werden oft verwechselt bzw. für ein und dasselbe gehalten. Jedoch ist ganz klar zu unterscheiden: Mitarbeiter-Engagement, d. h. die emotionale Bindung eines Mitarbeiters an das Unternehmen, kann mithilfe von „Employee Experience“ gesteigert und gefestigt werden. EX liefert das nötige Werkzeug dazu, dass sich Mitarbeiter wohl fühlen, die Arbeitsatmosphäre als angenehm empfinden, sich wertgeschätzt fühlen und sich somit ihr persönliches Interesse am Unternehmen und der Zielerreichung des Unternehmens verstärken.

Die Arbeitsumgebung ist von vielen verknüpften Elementen gekennzeichnet, diese sich wechselseitig beeinflussen und ein höchst komplexes Konstrukt ergeben. Deshalb wird empfohlen, sich die gesamte Employee Experience in 3 Themen zu splitten, diese gemeinsam die EX formen:

  1.  Kulturelle Umfeld
  2. Technologische Voraussetzungen
  3. Physische Umgebung

Das 1. Kulturelle Umfeld bezeichnet grob gesagt alles, was der Mensch selbst hervorbringt. Das Gefühl welches durch den Führungsstil, Interaktionen und Wertschätzung zwischen Kollegen hervorgebracht wird, kann als Kultur verstanden werden. Optimierungspotential steckt hier in der offenen Kommunikation und diversen Feedback-Kanälen. Wichtig hierbei ist die Sicherstellung der Produktivität und Positivität des Arbeitsplatzes.

Die 2. Technologischen Voraussetzungen sind wichtig, um innovative Ideen umsetzen zu können. Frust durch Bremsen aufgrund von langsamer Soft- & Hardware können sich tödlich auf die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter auswirken – dies gilt es zu vermeiden. Außerdem wirkt es sich positiv auf die Außenwahrnehmung aus, wenn sich das Unternehmen entsprechend fortschrittlich präsentiert.

Die 3. Physische Umgebung ist ebenso wichtig. Menschen sind nicht nur emotional, sondern auch rational. Demnach wollen sie einen funktionalen Arbeitsplatz, indem sie sich wohl fühlen und motiviert und kreativ arbeiten können. Freundliche Farben, Akzente des Corporate Designs, angemessene Möblierung, Blumen usw. führen dazu, dass sich die Stimmung hebt und Kreativität sich entfalten kann.

Diese 3 Themen werden meist getrennt voneinander betrachtet und oder nicht ganzheitlich etabliert. Den größten Fehler den man begehen kann ist es, sich nur eines der 3 Themen anzunehmen und daran herumzuschrauben. Das führt leider nicht zu dem langfristig gewünschten Erfolg. Klare Empfehlung ist hier, sich aller 3 Themen anzunehmen, sich zu fokussieren und zu erkennen, dass diese von Vernetzungen untereinander profitieren. Somit kann die EX nachhaltig maximiert werden und sich die Belegschaft zu einem maximal engagierten & profitablen Team entwickeln. Die daraus resultierende Gewinn- und Umsatzmaximierung wird in diversen Studien belegt. Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Wie können solche Lösungsansätze erarbeitet werden?

Ganz einfach. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und versetzen Sie sich in Ihre Lage. Fragen Sie sich:
Was benötigen meine Angestellten? Welche Wünsche müssen erfüllt werden? Kann ich meine Mitarbeiter dahingehend unterstützen, diese Wünsche zu erfüllen? Wie ist die Stimmung und die Atmosphäre in meinem Unternehmen? Wie kann ich meine Belegschaft besser verstehen und das Arbeitsumfeld positiv lenken? Kommt meine Botschaft richtig an?

Bildquelle: Isabel Kulessa

Bildquelle: Isabel Kulessa

Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Mitarbeiter und versuchen Sie, die Mitarbeiter zu unterstützen, zu motivieren, mehr positive Gefühle zum Unternehmen hervorzurufen und mehr Engagement zu etablieren, welche Produktivität und Kreativität fördern. Aber vor allem, die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen festigt. Führen Sie regelmäßige Feedback-Gespräche und nehmen Sie Ihre Wünsche und Sorgen ernst. Brechen Sie alte Prozesse und Strukturen auf und gehen Sie weg von der „Das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität, hin zu neuen Maßnahmen und Herangehensweisen. Gestalten Sie neue, positive Erfahrungen und machen Sie diese für Ihre Belegschaft erlebbar. Schwer kalkulierbare Themen wie Gefühle und Stimmungen spielen hier eine große Rolle – darauf müssen Sie sich einlassen.

Die „Employee Experience“ ist nicht umsonst an die „Customer Experience“ angelehnt, diese die ganzheitliche Erfahrung eines Kunden mit einer Marke beschreibt. Die CX befasst sich mit der gesamten Customer Journey, also allen Touchpoints mit einer Marke. Sie bildet die Grundlage für Optimierungen. Hier wird jeder Step im Kaufprozess & die Emotion dazu bewertet, um am Ende den Gesamteindruck zu beurteilen. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter nicht als Kunden gesehen werden sollen. Die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer basiert auf einer anderen Grundlage, als die Beziehung zwischen Marke und Kunde. Wichtig ist jedoch, dass am Ende ein Gesamteindruck beim Mitarbeiter entsteht, dieser entscheidend für die Bewertung und Bindung an das Unternehmen ist. Und nicht zu vergessen gilt, der Mitarbeiter ist der entscheidende Kontakt zum Kunden/Bewerber – wurde also bei der EX versagt, wirkt sich das negativ auf die CX aus.

Denken Sie immer daran „Schwache Marken machen Kundenwerbung, für starke Marken machen Kunden Werbung.“ (Karsten Kilian) – Im besten Fall sind also Ihre eigenen Mitarbeiter und auch Kunden Markenbotschafter Ihres Unternehmens. Ob wir sie nun Markenbotschafter, Corporate Influencer oder Brand Ambassarore nennen, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass sie von alleine und aus Überzeugung positiv über ihren Arbeitsplatz/Arbeitgeber sprechen.

Employee Experience Index:
Belonging: Sich einer Gruppe, einem Team oder Organisation zugehörig fühlen
Achievement: Erfolgsgefühl nach getaner Arbeit
Purpose: Verständnis dafür, warum die eigene Arbeit bedeutsam ist
Happiness: Durchdringendes Zufriedenheits-/Glücksgefühl in und mit der Arbeit
Vigor: Präsenz von Energie, Enthusiasmus, aufregender Anspannung bei der Arbeit

Treiber

  • Vertrauen/Integrität
  • unterstützende Kollegen*innen
  • sinnhafte Arbeit
  • Feedback, Anerkennung, persönliches Wachstum
  • Freiheitsgrade zum Entscheiden, Wertschätzung von Vorschlägen
  • Work-Life-Balance

NEUE IDEEN, NEUE CHANCEN, NEUER JOB

Fazit

Was wirklich punktet sind keine platten Markenbotschaften der Unternehmen. Sie sind maximal Dooropener, schaffen die notwendige Anziehung & Bekanntheit. Jedoch sollten diese Botschaften eben in keine platten Marketing-Maßnahmen auftauchen. Auch die Buzzwords ausschlachten und potenziellen Mitarbeitern Honig um den Bart schmieren, sollte keine Option darstellen. Was wirklich punktet sind die Mitarbeiter inkl. ihrer authentischen Geschichten mitten aus ihrem Arbeits-Alltag. Authentisches und gut gemachtes Storytelling – von Mitarbeiter für potentielle Mitarbeiter. Echte Erfahrungen in den Fokus stellen, keine auf Hochglanz polierten Slogans, die sich dann im echten Arbeitsumfeld als Trugschluss herausstellen. Und ein wichtiger Tipp am Ende: HR-Abteilungen, Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten enger mit der IT-Abteilung zusammen arbeiten. Aufgrund der wachsenden Ansprüche der Mitarbeiter und der voranschreitenden Digitalisierung das neue Tag-Team in jedem Unternehmen.

Isabel Kulessa

Isabel Kulessa

Senior Marketing Manager

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