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ENTSPANNT DURCHS STUDIUM MIT EINEM FINANZIERUNGSPLAN

Entspannt durchs Studium: So klappt es mit der Studienfinanzierung

19. Sep 2018 |

Viele Schulabsolventen führt es nach dem Schulabschluss an die Universität. Ein Studium ist eine gute Möglichkeit, seine persönlichen Stärken und Neigungen zu verfolgen und mit einem akademischen Abschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Seit mit der Umsetzung des so genannten Bologna-Prozesses hat Deutschland 2002 seine Studiengänge auch an das internationale Bachelor- und Mastersystem angepasst und damit dafür gesorgt, dass ein in Deutschland erworbener Studienabschluss auch international Anerkennung findet. Deutschen Studienabsolventen stehen also auch weltweit die Türen auf dem Arbeitsmarkt offen, was das Studium als Bildungsabschluss im Laufe der Jahre noch attraktiver gemacht hat.

Geschenkt gibt es einen akademischen Abschluss allerdings nicht. Neben Talent, Fleiß und persönlichen Engagement ist auch ein nicht zu unterschätzender finanzieller Aufwand erforderlich, um den ersehnten Hochschulabschluss zu erreichen. Ein Studium ist teuer und die anfallenden Kosten- & Mehraufwände sind nicht zu unterschätzen. Wer studieren möchte, sollte sich deshalb im Vorfeld genau über die anfallenden Kosten informieren und sich einen soliden Finanzplan zurechtlegen, der die gesamte Studiendauer zuverlässig überbrücken kann.

 

Was kostet ein Studium? So tief müssen Studenten in die Tasche greifen

Junger Mann am Laptop, recherchiert für seinen Finanzierungsplan.

Junger Mann am Laptop, recherchiert für seinen Finanzierungsplan. Bildquelle: @ StartupStockPhotos® (CC0 1.0-Lizenz) / pixabay.com

Wie teuer ein Studium ist, lässt sich nicht für jeden Studiengang genau vorausberechnen. Hierbei kommt es stark auf individuelle Faktoren. Dazu zählen vor allem die folgenden Fragen:

  • Auf wie viele Semester ist dieser konkrete Studiengang ausgelegt?
  • Welche Semester- und Verwaltungsgebühren fallen für den konkreten Studiengang beziehungsweise an der gewählten Hochschule an?
  • Sind Prüfungsgebühren oder andere Zusatzkosten zu erwarten?
  • Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in der Stadt, in der das Studium absolviert werden soll?
  • Sind Kosten für eine Unterkunft einzukalkulieren oder ist es möglich, während des Studiums weiter zu Hause zu wohnen?
  • Fallen bei dem konkreten Studium zusätzliche Kosten für spezielle Lernmaterialien an?
  • Ist gegebenenfalls im Rahmen des Studiums ein Auslandsaufenthalt erforderlich, dessen Kosten separat einkalkuliert werden müssen?
  • Lässt der Umfang des Studiums eine regelmäßige Nebentätigkeit zu?
  • Sind im Rahmen des Studiums gegebenenfalls bezahlte Praktika einkalkuliert, die eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen könnten?

Mit diesen Fragen lässt sich ein Rahmen für die Kalkulation der Studiengebühren definieren, der im zweiten Schritt nach eingehender Recherche mit konkreten Zahlen gefüllt werden kann.

Studiengebühren in Deutschland

Startup Treffen, Brainstorming im Team.

Brainstorming mit Freunden, was alles für das Studium benötigt wird. Bildquelle: @ StartupStockPhotos® (CC0 1.0-Lizenz) / pixabay.com

Werfen wir zunächst einen Blick auf das große Thema Studiengebühren. Im Januar 2005 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Bundesländer nach eigenem Ermessen Studiengebühren ab dem ersten Semester erheben dürfen. Vielfach wurde davon Gebrauch gemacht, auch wenn die Entscheidung und ihre Umsetzung von Anfang an stark umstritten waren. Die Studiengebühren fielen zusätzlich zu den in jedem Semester aufkommenden Semester- und Verwaltungsgebühren an und haben Studenten große finanzielle Probleme bereitete. 500 Euro waren es im Schnitt, die jedes Semester zusätzlich auf den Tisch der Hochschule zu legen waren. Zusammen mit dem üblichen Semesterbeitrag konnte ein Studium damit leicht 700 – 800 Euro pro Semester kosten. Für viele Studenten bedeutete dies das endgültige Aus ihrer Studienpläne.

Glücklicherweise hatten Bund und Länder rasch ein Einsehen und nach vielen kontroversen Diskussionen wurden die Studiengebühren sukzessive in allen Bundesländern wieder abgeschafft. Seit 2014 ist ein Studium ohne zusätzliche Gebühren wieder deutschlandweit möglich. Lediglich Langzeitstudierende, Teilnehmer von Aufbaustudiengängen und Gaststudenten von anderen Hochschulen können je nach Bundesland und Hochschule weiterhin mit Studiengebühren konfrontiert werden. Alle anderen Studierenden müssen lediglich den Semesterbeitrag entrichten, der sämtliche Verwaltungskosten deckt. Er kann je nach Bundesland und Hochschule zwischen 200 und 350 Euro pro Semester liegen. Hier ist jedoch das Semesterticket schon inkludiert.

Lebenshaltungskosten und Co.

Wohnung zur Studienzeit finanzieren.

Wohnung und Lebenserhaltungskosten während der Studienzeit. Bildquelle: Unsplash.com/Patrick Perkins

Wie teuer die Zeit des Studiums abgesehen von Gebühren für das Studium selbst wird, hängt sehr von den individuellen Umständen ab. Die Wohnsituation während des Studiums ist ein ganz zentraler Punkt. Wer zu Hause wohnen kann, kann sehr günstig studieren. Ansonsten können je nach Wohnsituation und Stadt die folgenden Kosten kalkuliert werden:

  • Ein Zimmer im Studentenwohnheim: ca. 200 bis 400 Euro Miete pro Monat
  • Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft: ca. 300 bis 500 Euro Miete pro Monat
  • Eine eigene Wohnung beginnt ungefähr bei 400 bis 500 Euro Miete pro Monat. Je nach Lage und Größe ist die Skala natürlich nach oben offen

Zu den beiden größten Fixkostenpunkten kommen natürlich individuelle Ausgaben wie Nebenkosten, Kleidung, Essen und Trinken und Ausgaben für Freizeitgestaltung. Auch Lehrmittel müssen je nach Studiengang individuell einkalkuliert werden, ebenso wie potentielle Auslandaufenthalte.

Als grober Richtwert sollten angehende Studierende mit einem Kostenpunkt von rund 800 Euro monatlich rechnen, und das für die Dauer des gesamten Studiums. Veranschlagt man eine durchschnittliche Studiendauer von 6 bis 8 Semestern (Bachelor) oder 10 bis 12 Semester (Master), ist mit Gesamtkosten von grob 45.000 bis 50.000 Euro (Master) zu rechnen. Eine stolze Summe, die Studierende in Deutschland aber glücklicherweise nicht allein aufbringen müssen. Zahlreiche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten stehen zur Verfügung, die Studierende in ihren Finanzierungsplan mitaufnehmen können.

Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Studierende

Wer ernsthaft studiert, hat in der Regel wenig Zeit zum Geldverdienen. Ein kleiner Nebenjob ist meist möglich, dass dadurch erzielte Einkommen kann die Kosten für ein Studium aber bei weitem nicht decken. Wenn man so viel arbeitet, dass das Geld ausreicht, bleibt oftmals das Studium auf der Strecke und zusätzliche Semester müssen drangehangen werden. Die 21. Sozialerhebung des Studentenwerkes hat ergeben, dass in Deutschland 86 Prozent der Studierenden von ihren Eltern mit durchschnittlich 541 Euro monatlich unterstützt werden. Wer nicht auf finanzielle Unterstützung von zu Hause bauen kann oder möchte, hat aber verschiedenen Möglichkeiten, um das Studium finanziell auf stabile Füße zu stellen.

BAföG: Studienfinanzierung mit staatlicher Hilfe

BAföG, Scribble Concept Illustrations.

BAföG, Scribble Illustrations. Bildquelle: @ geschmacksRaum® (CC0 1.0-Lizenz) / fotolia.com

Das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)ist der Klassiker unter den Studienfinanzierungen. Generationen von Studenten haben bereits auf diese staatliche Förderung zurückgegriffen, um ihr Studium zu finanzieren. Nicht nur Studierende an Hochschulen können vom BAföG profitieren, sondern auch berufsqualifizierende Ausbildungen an bestimmten anderen Ausbildungsstätten werden gefördert.

Welche Ausbildungsformen förderungsfähig sind, erläutert die Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter https://www.bafög.de

Das BAföG wird in einem festgelegten monatlichen Betrag ausbezahlt. Der Bewilligungszeitraum wird in der Regel auf 12 Monate festgesetzt und nach Ablauf erneut geprüft. BAföG ist als Darlehen mit staatlicher Förderung angelegt. Das bedeutet, dass die bezogenen Mittel zu einem bestimmten Anteil (meist ein 50 % zinslos Darlehn) nach Abschluss des Studiums, d. h. mit dem erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben zurückbezahlt werden müssen.

Seit dem Wintersemester 2016/2017 können Studierende und andere Förderungsberechtigte einen Höchstsatz von 735 Euro monatlich beantragen, sofern sie nicht mehr zu Hause wohnen und alle erforderlichen Bedingungen erfüllen. Dazu zählen:

  • Die Staatsangehörigkeit: Deutsche Staatsangehörige und viele andere Staatsangehörige können BAföG beantragen. Wer förderungsberechtigt ist, regelt § 8 BAföG.
  • Das Alter: BAföG kann bis zum vollendeten 30. Lebensjahr, bei Magisterstudiengängen sogar bis zum vollendeten 35. Lebensjahr, in Anspruch genommen werden.
  • Die grundsätzliche Eignung: Das bedeutet, dass Studium und Ausbildung, für die BAföG beantragt wird, tatsächlich auf das Erreichen eines Abschlusses ausgerichtet sein müssen. Studierende und Auszubildende müssen deshalb die erforderlichen Veranstaltungen besuchen und Leistungsnachweise erbringen, um förderungsfähig zu bleiben.
  • Persönlicher Bedarf: Hiermit ist die Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung gemeint. Das Jahreseinkommen der Eltern ist immer Berechnungsgrundlage für das BAföG, egal ob man noch zuhause wohnt. Es darf beim Einkommen der Eltern kein Höchstsatz überschritten werden. 700 € BAföG ist der Höchstsatz und wird nicht gezahlt, wenn man noch zuhause wohnt.
  • Ein Minijob ist unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich zum Erhalt von BAföG möglich. Wichtig zu wissen ist zudem, dass nur das Erststudium BAföG finanziert wird.

Alle wichtigen Informationen zum BAföG sowie Möglichkeiten der Beantragung finden Studierende unter https://www.bafög.de

2.  Private Studienkredite

Auch außerhalb staatlicher Fördermöglichkeiten lässt sich ein Studium finanzieren. Viele Studierende nehmen ein Darlehen von privat in Anspruch, um ihre Kosten zu decken. Banken und private Kreditinstitute stellen Studierenden auch ohne umfangreiche Sicherheiten und ein regelmäßiges Einkommen Privatkredite zur Verfügung, aus denen Studienbeiträge und die Lebenshaltungskosten während der Dauer des Studiums finanziert werden können.

Auch Kredite über kleine Summen, beispielsweise für die Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes, können auf diesem Wege als Kurzzeitkredit in Anspruch genommen werden. Die Beantragung kann vielfach sehr schnell und unkompliziert über ein Online-Formular erfolgen. Einzelne Anbieter, die sich auf die Zusammenarbeit mit Studenten spezialisiert haben, verzichten bei der Vermittlung ihrer Produkte sogar auf eine Schufa-Abfrage und auf die ansonsten bei einer Kreditvergabe üblichen Gehaltsnachweise.

Wichtig ist hierbei allerdings, auf seriöse Anbieter zu setzen. Es gibt zahlreiche Banken und private Kreditinstitute, die einen sehr guten Ruf genießen und spezielle Produkte für junge Studierende im Portfolio haben. Das ZKA Finanzportal informiert unverbindlich über die Möglichkeiten privater Studienkredite.

3. Bildungskredit der KfW und Studienkredit der KfW Förderbank

Junge busniess Frau arbeitet am Laptop und telefoniert.

Busniess Frau arbeitet am Laptop und telefoniert. Bildquelle: @ Free-Photos® (CC0 1.0-Lizenz) / pixabay.com

Der Bildungskredit der KfW ist für all jene Studierenden interessant und gedacht, die keine finanzielle Unterstützung von zu Hause in Anspruch nehmen können und für BAföG nicht in Frage kommen. Förderfähig sind Erst- und Zweitstudiengänge sowie postgradualen Studiengänge und Promotionen. Voraussetzung ist, dass mindestens die Zwischenprüfung erfolgreich abgelegt worden sein muss beziehungsweise der erste Teil eines Konsekutivstudiums[1] erfolgt sein muss. Der Kredit kann bis zum Ende des 12. Studiensemesters in Anspruch genommen werden. Das Höchstalter liegt bei 36 Jahren.

Der Kreditbetrag wird monatlich ausbezahlt. Die Summe kann zwischen 100 und 650 Euro monatlich flexibel festgelegt werden. Erst nach Ablauf der festgelegten Laufzeit muss der Bildungskredit zurückgezahlt werden. Der Zinssatz ist dabei aber weitaus günstiger als bei den meisten anderen Krediten, da das Finanzprodukt speziell auf die Möglichkeiten von Studierenden und Berufseinsteigern abgestimmt ist.

Seit 2006 kann darüber hinaus ein Studienkredit der KfW Förderbank beantragt werden. Der Kredit kann für ein Erststudium ab dem ersten Semester in Anspruch genommen werden und wird für maximal 10 Monate ausbezahlt. In Ausnahmefällen kann der Auszahlungszeitraum auf 14 Monate erweitert werden. Das Höchstalter für den Kredit beträgt 30 Jahre. Aufbaustudiengänge für den Master werden auch im höheren Alter gefördert.

Der Vorteil beider Kreditvarianten liegt darin, dass das Vergabeverfahren unabhängig ist vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern. Auch auf Sicherheiten wird dabei verzichtet. Damit sind die Kreditangebote der KfW beziehungsweise der KfW Förderbank eine hervorragende Unterstützung für Studierende, die für einen Bezug von BAföG nicht in Frage kommen und trotzdem ihr Studium zuverlässig finanzieren möchten.

Studierende, die ihren Finanzplan für das Studium auf eine stabile Basis stellen möchten, können sich professionelle Unterstützung durch die Beratung des Deutschen Studentenwerkes holen.  Dort können alle Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten, Voraussetzungen und rechtlichen Hintergründen geklärt werden.

[1] Ein Konsekutivstudium betrifft in der Regel die Master-Studiengänge, die einen direkten Bezug zum Bachelor-Abschluss aufweisen. Somit werden in einem Konsekutivstudium die Inhalte des gewählten Faches weiter vertieft und es wird auf den Grundlagen aus dem Bachelor-Studiengang aufgebaut.

 

Isabel Kulessa

Isabel Kulessa

Marketing Manager

Autor dieses Artikels!

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