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RECAP | EMPLOYER BRANDING DAY in Salzburg

RECAP zum Employer Branding Day 2019 – Salzburg | Staffxperts GmbH

19. Nov 2019

Zum sechsten Mal in Folge fand der Employer Branding Day statt – diesmal im schönen Salzburg in Österreich zu Gast bei der Salzburg AG in Kooperation mit „BUD&TERENCE – DIE Employer Branding Experten“, „StepStone“ und „DerSTANDARD“. Interessante Speaker waren unter anderen Anika Zöpfl aus der Personalentwicklung der Salzburg AG, Rudi Bauer; der Geschäftsführer von StepStone in Österreich sowie Stefan Andexer; Bereichsleitung der Personalentwicklung von Lidl in Österreich.

 

EMPLOYER BRANDING DAY 2019

Jedes Unternehmen strebt nach qualifizierten Mitarbeitenden, erschwerend steht im Hintergrund hierfür der demografische Wandel und der Fachkräftemangel in verschiedensten Tätigkeitsfeldern und Branchen. Der Markt ist vom Arbeits- schon lange zum Bewerbermarkt umgepolt, was bedeutet, dass qualifizierte Kandidat*innen sich selbst aussuchen können, wo sie arbeiten wollen und was sie dort verlangen.

Hinsichtlich dessen hielten die Speaker Vorträge zu Mitarbeiterfluktuation, Wertschätzung, dem richtigen Content und positiver Candidate Experience, der Arbeitszeitreduzierung auf 30 Stunden und Vielfalt und SEO in Recruiting-Kanälen. Im Zentrum stand dabei jedoch immer das Employer Branding und das Ziel, Mitarbeitende zu halten und zu gewinnen:

 

Fluktuation

Im Recruiting kann Fluktuation beispielsweise von Einstellungen „zweiter Wahl“ oder von eines falsch vermittelten Aufgabenspektrums der Vakanz kommen. Fehlen zudem Aufstiegs- und Karrierechancen, wird allein mit Gehalt gelockt oder ist die Führungsetage unklar und zu kritisch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dadurch Mitarbeitende zu verlieren. Das Unternehmen verliert wissensintensive Schlüsselkräfte, die übrigen Mitarbeitenden werden belastet – was hier ebenso zu Unzufriedenheit führen kann – und die neue Personalsuche kostet Zeit und Geld. An dieser Stelle leidet auch das Arbeitgeberimage bzw. das unternehmerische Employer Branding. Fluktuation ist vermeidbar und kann durch Maßnahmen wie Onboarding, Aufnahmerituale und regelmäßiger Kommunikation auf Augenhöhe gezielt verhindert werden.

 

Wertschätzung

3 Murmeln – 3 Wertschätzungen. So wurde die Idee der Wertschätzung von Speakerin und Trainerin Manuela Wenger vorgestellt. Zu Beginn eines Arbeitstages sind die Murmeln noch in der linken Tasche und wandern im Laufe des Tages in die rechte, sobald eine Wertschätzung aktiv ausgesprochen worden ist. Mitarbeiterbindung und -motivation bedeutet längst nicht mehr Geld, Firmenwagen und materielle Benefits – Lob, Anerkennung und Feedback greifen umso mehr, sorgen für eine geringere Fluktuation, geringere Fehltage und mehr Produktivität und Rentabilität im Unternehmen. „Heute schon gemurmelt?“ (Mag. Manuela Wenger – Die Wertschätzerin)

Richtiger Content & Candidate Experience

Das man nicht nicht kommunizieren kann, ist zumindest seit Paul Watzlawik klar. Jedes Unternehmen kommuniziert eine Unternehmenskultur, ob diese nun gewollt ist, oder nicht. Kandidat*innen könnten enttäuscht werden, wenn Versprechungen und erste Eindrücke im Unternehmen nicht der Realität entsprechen. Die Candidate Experience ist damit ein wesentlicher Faktor für die positive oder negative Besetzung einer Employer Branding Strategie. Erstere beginnt dort, wo Kandidat*innen den ersten Einblick ins Unternehmen gewinnen, was über eine Stellenanzeige, eine Broschüre, eine Werbung bei Facebook oder Posts bei Instagram passieren kann. Das bedeutet, dass besonders und ganz wesentlich, der Eindruck vor der Bewerbungsphase zählt: Image, Hochschulmarketing, Broschüren, Außenwerbung, Social Media, Jobmessen. Nicht zu vergessen sind hier die unterschiedlichen Generationen, von denen im Arbeitsmarkt aktuell vier verschiedene vertreten sind, welche unterschiedliche Ansprüche, Erwartungshaltungen und Ansichten mitbringen und auf welche ein Employer Brand abgestimmt werden sollte.

30-Stunden-Woche

Nicht nur in Skandinavien vertreten: die 30-Stunden-Woche. Ein Beispiel einer Employer Brand Kampagne war ein extremer Wandel der Rahmenbedingungen im Unternehmen emagnetix, welches die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn eingeführt hat, um ihre Mitarbeitenden zu halten und neue, hoch qualifizierte Kandidat*innen zu gewinnen. Von einer einzigen Bewerbung zu 70 Bewerbungen auf eine Vakanz – und dabei die besten der Besten. Neben diesen positiven Erfahrungen erhielt das Unternehmen zudem eine Auszeichnung als bester Arbeitgeber Österreichs. Das Statussymbol der heutigen Welt: Zeit. Besonders bei der jüngeren Generation geht es nicht mehr darum, zu leben um zu arbeiten, sondern zu arbeiten, um leben zu können. Ein starkes, gelebtes Employer Branding das darauf zielt, Lebensqualität zu verbessern, Familien- und Hobbyzeit zu erhöhen und Eigenständigkeit zu mobilisieren.

Vielfalt und SEO in Recruiting-Kanälen

Haben Sie ihr Unternehmen schon einmal gegoogelt? Vielleicht. Aber haben Sie es auch bei Bing, Ecosia, Baidu & Co versucht? Wenn Sie das Ergebnis nicht begeistert oder sie sich selbst nicht bewerben würden , sollte das Thema Employer Branding längst angegangen werden. Die meisten Bewerber*innen schauen über mobile Endgeräte nach Stellenanzeigen. Mobile First! lautet hier die Devise Schnelligkeit, Optik, Anwendungsfreundlichkeit. Diejenigen Social-Media-Kanäle, die Unternehmen mögen, sind nicht unbedingt die, auf denen die gewünschten Kandidat*innen zu finden sind – das was Unternehmen als ansehnlich betrachten, kommt außen eventuell ganz anders an.

FĂĽr BUD&TERENCE, die Experten in der Thematik, steht Employer Branding fĂĽr mehr als bloĂź ein Modewort.

„Richtig ins Unternehmen integriert, ist es DER SCHLÜSSEL für eine höhere Mitarbeiterbindung. Gleichzeitig sprechen Sie am Bewerbermarkt die am besten zum Unternehmen passenden Kandidaten an und gewinnen diese für sich“

(BUD&TERENCE Strategie)

Entsprechend dieses Mottos wurde der Tag in Salzburg organisiert und gegliedert. Employer Branding bedeutet nicht, nur nach auĂźen hinaus eine attraktive Arbeitgebermarke zu erschaffen, aufrechtzuerhalten und zu kommunizieren, sondern zunehmend auch nach innen, in Richtung der eigenen Mitarbeitenden im Unternehmen, die es zu halten und zu begeistern gilt.

Der erste Schritt, um diese Ziele zu erreichen, ist die Selbstanalyse der Arbeitgebermarke, bei welcher die Beschäftigten einen großen Anteil beitragen können und sollten. Warum haben sich unsere Mitarbeitenden für uns entschieden? Warum bleiben Sie und was hebt uns von anderen Unternehmen ab? Was sollten wir als Unternehmen leisten und bereitstellen, damit unsere Mitarbeitenden bei uns alt werden wollen? Mitarbeitergespräche und -befragungen können helfen, diese Fragen zu beantworten. Denn nur so kann man das wichtigste im Employer Branding gewährleisten: Authentizität. Floskeln, sich attraktiv anklingende Werte und Normen, die aber im Unternehmen nicht gelebt werden und das Abkupfern anderer Unternehmen – alles falsche Herangehensweisen, die dazu führen, dass der Mitarbeitende im Vorstellungsgespräch oder beim Start enttäuscht wird oder sich sogar hintergangen fühlt. Ein Shirt Storm, der in unserer vernetzten, digitalen Welt heutzutage ohne Weiteres erfolgen könnte, würde dem Unternehmen zudem enorm schaden und im Extremfall irreparabel den Ruf des Unternehmens zerstören. Authentizität ist demnach das Maß des Employer Branding, das unbedingt angestrebt werden sollte.

Hierbei sollte zudem beachtet werden, dass Employer Branding kein reines Personalthema ist. Es ist allerdings auch keins, welches allein im Marketing angelegt werden sollte. Vielmehr ist es ein generalistisches Projekt, welches erst dann zum Erfolg wird, wenn das gesamte Unternehmen sich einbringt und abschließend hinter den Ergebnissen steht. Das ist auch hinsichtlich der gewählten Employer Branding Kampagnen notwendig, da viele bereichsübergreifende Entscheidungen gefällt werden müssen. Werden für die Außendarstellung in Bild und Video eigene Mitarbeitende oder Models abgelichtet? Eigene Mitarbeitende sind authentisch, aber was, wenn jemand ausscheidet? Druckt man ein Magazin mit Blogartikeln, wie ist das Budget und wer ist für den regelmäßigen Inhalt verantwortlich?

Employer Branding geht nicht von heute auf morgen, es ist ein langer Prozess der Analyse, der Platzierung und der Kommunikation.

Das nächste Event des Employer Branding Days findet am 29. Januar 2020 in Traun statt.

Wer sich bislang nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat, sollte jetzt die Chance ergreifen, zu beginnen. Es ist höchste Zeit!

Lisa Halfar

Lisa Halfar

Recruiting Expert

Autor dieses Artikels!

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